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Crash-Erkennung und Rückhaltesystem-Steuerung - Funktionsweise und Anwendungen


Beschreibung

Sensoren sind die Sinnesorgane der Fahrzeugsicherheit: In tausendstel Sekunden erkennen sie Unfallgefahren, aktivieren und steuern Unfallvermeidungs- und Insassenschutzsysteme hochgenau, zuverlässig und effektiv. Mikromechanische Sensoren (MEMS = Mechanical Electrical Micro Systems) in Form von Micro-Oszillatoren und -Kreiseln in der Größe eines Zehntelmillimeters spüren feinste Fahrzeugbewegungen und -erschütterungen, stabilisieren das Fahrzeug, verhindern Fahrzeugüberschläge und aktivieren Insassenschutzsysteme wie Gurtstraffer, Airbags und andere Protektoren entsprechend Crash-Typ und Unfallschwere. Prädiktive Rundumsensoren wie Radar, LiDAR und Kameras erkennen Unfallgefahren schon frühzeitig und versuchen nicht nur, diese durch Notbrems- und Ausweichmanöver zu verhindern, sondern auch die Schutzwirkung von Schutzsystemen zu optimieren. Seit Einführung von Gurtstraffer und Lenkrad-Airbag Anfang der 80er Jahre sind die Anforderungen an die Crash-Sensoren und Rückhaltesystem-Steuerung kontinuierlich gestiegen: Ging es früher nur um einen simplen 0°-Barrierenaufprall mit Single-Point-Sensing zur Auslösung von Fahrer-Airbags und Gurtstraffern, so sind heute mittels bis zu einem Dutzend peripherer Crash-Satelliten-Sensoren praktisch alle in realen Unfällen möglichen Unfallarten rund um das Auto zu erkennen, und bis zu zwei Dutzend Airbags, Gurtstraffer und andere Protektoren situationsgerecht zu steuern, um den Insassenschutz zu optimieren. Mit neuen Crashtests wie dem seitlichen Pfahlaufprall oder dem Small-Overlap Frontalcrash werden die Anforderungen an die Crashsensorik und die Rückhaltesystemsteuerung auch seitens des Gesetzgebers und der Verbraucherschutzverbände permanent verschärft. Dank der prädiktiven Sensoren der Unfallvermeidungssysteme und Advanced Driver Assistance Systems kann der Insassenschutz noch erheblich gesteigert werden: Schutzsysteme können schon vor der Kollision aktiviert werden, und neue Schutzmaßnahmen sind möglich. Sensoren im Innenraum erkennen die Anwesenheit, Position (bzw. out-of-position), Größe und Gewicht der Insassen, um die Schutzwirkung entsprechend anzupassen. Für folgende Unfallszenarien werden die jeweils erforderlichen (prädiktiven) Crash-Sensoren und Auslösealgorithmen sowie die (Precrash-) Insassenschutzsysteme behandelt: Frontal- und Heckkollisionen, Seitenaufprall, Fahrzeugüberschläge sowie Unfälle mit Fußgängern und Radfahrern. Das Seminar erklärt einfach und verständlich die physikalischen Prinzipien dieser Sensor- und Messsysteme, ihre Eigenschaften und anwendungsspezifischen Vor- und Nachteile, die Auslöse-Algorithmen sowie den Einsatz in den heutigen und zukünftigen Fahrzeugsicherheitssystemen. Dabei wird auch auf neuartige Sensoren, Algorithmen (Neuronale Netze), Schutzsysteme sowie die beim autonomen Fahren mögliche neuartige Innenraumgestaltung eingegangen.

Wer sollte teilnehmen?

Das Seminar wendet sich an alle in der Fahrzeugsicherheit tätigen Techniker und Ingenieure in Forschung, Entwicklung und Applikation in der Automobil- und Zulieferindustrie, besonders an Applikateure, Systementwickler, Projektingenieure und Projektleiter, wie auch an alle mit der Fahrzeugsicherheit beschäftigten Experten, die eine Übersicht über die aktuellen und zukünftigen Sensoriken und Insassenschutzsysteme in der passiven und aktiven Sicherheit erhalten möchten.

Inhalte

  • Crash-Sensoren für Frontal-, Heck-, Seitenaufprall, Fahrzeugüberschlag und Fußgängerkollisionen; Insassenerkennung
  • Prädiktive (Rundum-) Sensoren (Radar, LiDAR, Kameras, Ultraschall)
  • Intelligente Rückhaltesystem-Auslösung und Steuerung, Künstliche Intelligenz (Neuronale Netze)
  • Aufbau und Funktionsweise der Sensoren und Steuergeräte, System-Architekturen
  • Heutige und zukünftige Insassenschutzsysteme, Integrale Sicherheit

Referenten

Dr. rer. nat. Lothar Groesch
Groesch Automotive Safety Consulting

Groesch Dr. Lothar Grösch arbeitet seit mehr als 40 Jahren im Bereich Fahrzeugsicherheit, sowohl in der Passiven Sicherheit (Crash-Sensorik und Insassenschutz) als auch in der Aktiven Sicherheit (Umfeld-Sensoren, Unfallvermeidung). Bei einem der in der Fahrzeugsicherheit führendem OEM war er 18 Jahre lang tätig und bei einem der größten und in Sensorik und Elektronik führenden Zulieferer weitere 16 Jahre. Von 2000 bis 2009 war er in den USA als Product Director Automotive Safety Systems tätig und kannte sich in dieser Funktion besonders gut mit den dortigen Anforderungen aus. Seit vielen Jahren lehrt er an verschiedenen Hochschulen, und hat zahlreiche unternehmensinterne Schulungen durchgeführt. Seit 2009 firmiert Herr Dr. Grösch unter Automotive Safety Consulting und arbeitet vorwiegend mit Fahrerassistenz- und Unfallvermeidungssystemen sowie dem autonomen Fahren.

Termine & Orte

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Ihr Ansprechparter

Dr. Dirk Ulrich
Tel.: 06023 - 96 40 - 66
E-Mail: dirk.ulrich@carhs.de

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