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Die Sensoren der Fahrzeugsicherheit - Anforderungen, Funktionsweise und Anwendungen


Beschreibung

Sensoren sind die Sinnesorgane der Fahrzeugsicherheitssysteme: In tausendstel Sekunden erkennen sie Unfallgefahren, aktivieren und steuern Unfallvermeidungs- und Insassenschutzsysteme hochgenau, zuverlässig und effektiv. Mikromechanische Oszillatoren spüren Fahrzeugerschütterungen und steuern entsprechend Crashtyp und Unfallschwere Insassenschutzsysteme wie Gurtstraffer und Airbags. Mikromechanische Kreisel spüren Fahrzeugdrehungen und stabilisieren gegebenenfalls die Fahrzeugbewegung. Kamera gesteuerte Assistenzsysteme halten das Auto automatisch in der Spur oder erkennen einen plötzlich vor das Auto laufenden Fußgänger. Radar- und Laserstrahlen scannen die Straßen nach möglichen Frontal-, Seiten- und Heckkollisionen. Bei den Insassenschutzsystemen geht es zum einen um die Erkennung von Frontal-, Seiten- und Heckkollisionen sowie um Fahrzeugüberschläge. Mit neuen Crashtests wie dem seitlichen Pfahlaufprall oder dem Small-Overlap Frontalcrash werden die Anforderungen an die Crashsensorik und die Rückhaltesystemsteuerung permanent verschärft. Mit prädiktiven Sensoren kann die Schutzwirkung dieser Systeme noch erheblich gesteigert werden. Bei Mehrfachkollisionen löst die Crashsensorik die Fahrzeugbremse aus um die Aufprallschwere zu reduzieren. Zum anderen erfassen Sensoren im Innenraum die Anwesenheit, Position (bzw.out-of-position), Größe und Gewicht der Insassen, um die Schutzwirkung insassenspezifisch zu optimieren. Bei den unfallvermeidenden Systemen kommen drei Arten von Sensorsystemen zum Einsatz: 1. Inertialsensoren zur Erfassung der Fahrzeugbewegung, d.h. dessen Beschleunigungen und Drehungen um die drei Raumachsen. Mikro-Elektrische-Mechanische Systems (MEMS) in Form von Oszillatoren oder Kreiseln in der Größe eines Zehntelmillimeters spüren jede feinste Fahrzeugbewegung und aktivieren die Lenkung und das Bremssystem um das Fahrzeug nötigenfalls auf dem vorgeschriebenen Kurs zu halten (Elektronisches Stabilitätsprogramm). 2. Umfeldsensoren wie Radar, Laser, Ultraschall und Kameras sehen und interpretieren die Umgebung rund um das Fahrzeug, um Gefahren zu erkennen, nicht nur um den Fahrer zu unterstützen und zu warnen, sondern auch um durch die Aktivierung von Bremse oder Lenkung Unfälle zu vermeiden. Schon heute erlauben sie in gewissen Situationen autonomes Fahren wie der Abstandsregeltempomat. 3. Eine immer größere Rolle wird auch in der Fahrzeugsicherheit zukünftig die Kommunikation mit Satelliten (GPS), der Infrastruktur und zwischen Fahrzeugen (C2C2X), sowie die Nutzung von digitalen Karten spielen. Das Seminar erklärt einfach und verständlich die physikalischen Prinzipien dieser Sensor- und Messsysteme, ihre Eigenschaften und anwendungsspezifischen Vor- und Nachteile, sowie den konkreten Einsatz in den heutigen und zukünftigen Fahrzeugsicherheitssystemen.

Wer sollte teilnehmen?

Das Seminar wendet sich an Techniker und Ingenieure aus der Forschung und Entwicklung von Kraftfahrzeugen in der Automobil- und Zulieferindustrie, besonders an Systementwickler, Projektingenieure und Projektleiter, wie auch an alle mit der Fahr- und Fahrzeugsicherheit beschäftigten Experten, die eine Übersicht über die aktuellen Sensoriken in der passiven und aktiven Sicherheit erhalten möchten.

Inhalte

  • Einführung: Sensorsysteme im Automobil
  • Physikalische Sensor- und Messprinzipien
  • Anforderungen und Anwendungen in Fahrzeugsicherheitssystemen
  • Teil 1 - Passive Sicherheit: Insassenschutz, Intelligente Rückhaltesysteme
    • Crashsensoren, Fahrzeugüberschlag- und Fußgängeraufprallerkennung, vorausschauende Sensorik, Sensorkonfigurationen
    • Innenraumsensorik, Insassenerkennung
    • Intelligente Rückhaltesystemsteuerung, Auslösealgorithmen, Aufbau und Funktion der Steuergeräte
  • Teil 2 - Aktive Sicherheit: Fahrdynamikregelung, Fahrerassistenz, Unfallvermeidung
    • Radar-, Laser-, Ultraschall-Sensoren. Interpretations- und Regelalgorithmen
    • Mono- und Stereo-Kamera, Photon-Mixer Device, Bildverarbeitung
    • Kommunikationssysteme
    • Sensor-Fusion

Referenten

Dr. rer. nat. Lothar Groesch
Groesch Automotive Safety Consulting

Groesch Dr. Lothar Grösch arbeitet seit mehr als 40 Jahren im Bereich Fahrzeugsicherheit, sowohl in der Passiven Sicherheit (Crash-Sensorik und Insassenschutz) als auch in der Aktiven Sicherheit (Umfeld-Sensoren, Unfallvermeidung). Bei einem der in der Fahrzeugsicherheit führendem OEM war er 18 Jahre lang tätig und bei einem der größten und in Sensorik und Elektronik führenden Zulieferer weitere 16 Jahre. Von 2000 bis 2009 war er in den USA als Product Director Automotive Safety Systems tätig und kannte sich in dieser Funktion besonders gut mit den dortigen Anforderungen aus. Seit vielen Jahren lehrt er an verschiedenen Hochschulen, und hat zahlreiche unternehmensinterne Schulungen durchgeführt. Seit 2009 firmiert Herr Dr. Grösch unter Automotive Safety Consulting und arbeitet vorwiegend mit Fahrerassistenz- und Unfallvermeidungssystemen sowie dem autonomen Fahren.

Termine & Orte

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Ihr Ansprechparter

Dr. Dirk Ulrich
Tel.: 06023 - 96 40 - 66
E-Mail: dirk.ulrich@carhs.de

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